keep your head up

Von allen Seiten strömen täglich tausende Eindrücke auf uns ein. Auf Instagram sehen wir Menschen, die erfolgreicher, schöner, wohlhabender oder glücklicher scheinen als wir selbst. Manchmal vielleicht sogar alles auf einmal.

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Gib eine Beschriftung ein

Sich selbst und sein Leben in diesen Punkten nicht zum Vergleich herbeizuziehen, fällt schwer. Wieso habe ich nicht einen Modeblog vor 7 Jahren gestartet? Wieso ist mein Partner nicht down für tägliche TikTok Videos gemeinsam? Warum kann ich mir keinen Lesesessel für € 5k leisten… meiner ist nur von Ikea.

Und ja, als allerinerziehende Mama habe ich nicht die Ressourcen, um mir zweimal die Woche abends die Zeit im angesagtesten Bobo-Lokal zu vertreiben. Ich habe nicht mal einen Lesesessel von Ikea – meine Instagram Posts beinhalten die selben zwei Pullover, die ich liebe und die mich den ganzen Winter über zu 80% begleiten…

Und ja, es fällt schwer. Schwer sich nicht zu vergleichen. Schwer nicht traurig zu sein, weil da nicht mal jemand an meiner Seite ist, der mit mir Abends bei Kerzenschein den Netflix Account einer Freundin nutzt. Und ja, ich kämpfe jedes Mal mit den Tränen, weil ich meinem Kind nicht das Leben bieten kann, dass ich so sehr erhofft und so hart dafür gearbeitet habe.

Vielleicht eines Tages. Vielleicht kommt eines Tages, der Job meiner Träume bei dem ich dennoch Abends mit meinem Kind Zeit verbringen kann. Und vielleicht kommt eines Tages der große Durchbruch und Menschen beginnen sich dafür zu interessieren, was ich denke und was ich schreibe… und vielleicht auch nicht.

Denn vielleicht ist das, was ich jetzt habe, alles was ich je erreichen werde. Ich mag meine Wohnung, ich kann meinem Kind Kleidung und Essen besorgen. Manchmal ist sogar ein special event möglich, wie Keramik bemalen. Und vielleicht bleibe ich alleine. Für einige Jahre… oder für immer.

Aber ich gebe mein Bestes. Soweit ich es kann. Soviel ich es kann. Und wenn es niemand erkennt – ich sehe es. Ich weiß es. Und das reicht.

down the rabbit hole

Das Jahr 2020 sollte nun das Jahr meines Erfolgs werden. Das habe ich mir (und 1 Million andere Menschen) vorgenommen. Ich schließe mein Diplom ab, finde einen netten Arbeitsplatz mit coolen Kunden und lerne mich selbst mehr zu akzeptieren.

Hahahaha…

Mit meinem Diplom hatte ich leider Stress, krankes Kind steckt natürlich auch die Mama an, also hieß es Endspurt mit Fieber und Bronchitis. Yippie Yeah!

Was den tollen Arbeitsplatz angeht – slap – wird es schwerer als ich es dachte. Es muss unheimlich schwer sein, einen Job auszuschreiben und dann tatsächlich eine Rückmeldung zu geben. Zumindest ein “Nope, leider nein” wäre nett. Aber so schicke ich Bewerbungen raus, die wirklich mit Herzblut erstellt wurden, und erhalte – wie in meiner letzten Beziehung – nichts retour.

Aber man darf nicht aufgeben… eine sehr liebe Freundin (shoutout für Carina an dieser Stelle!) hat mir ein so cooles Bild geschickt. Auf diesem Bildstreifen stand: “You know what happened to Oprah at 23? She got fired! Yeah, well that was a mistake. No it wasn’t, ‘cos she wasn’t Oprah. She was just some 23-years-old punk who needed to get fired to become Oprah. Sometimes you gotta fail to succeed.”

Und damit wünsche ich euch einen schönen, stürmischen Tag im Februar und hoffe, dass ihr noch durchhaltet, bis ihr das erreicht, wofür ihr so viele schlaflose Nächte akzeptiert.

XoXo, digital.gentlewoman

Karriere oder Kind?

Eine Entscheidung, die zu viele Faktoren hat, die man nicht selbst beeinflussen kann. Wenn kein Partner da ist, keine Familie da ist… Was soll man dann denn noch tun?

Diese Frage habe ich mir heute einmal wieder gestellt.

Nach einem neuen Bewerbungsgespräch war die Ernüchterung da. Schichtdienst bis 19:00 Uhr? Nein… Ich muss gestehen, dass das für mich unmöglich ist. Mein Netzwerk an helfenden Händen ist sehr gering.
Aber ich gebe nicht auf! Ich werde eine Firma finden, die meine ganzen Qualifikationen zu schätzen weiß und Arbeit zu Bürozeiten anbietet.

Und ja, ich bin heute einer Facebook Gruppe für alleinerziehende Mamas beigetreten.

 

XoXo

 

selflove experiment

Welcome to 2020!

Mein aktueller Lebensstil besteht aus Youtube, Meditation, zuviel Freizeit und Langeweile. Der perfekte Ausgangspunkt, um sich mehr mit mir selbst zu beschäftigen.

In den letzten Jahren war ich fast ausschließlich in Beziehungen und habe leider nie wirklich ich selbst sein können. Mittlerweile genieße ich es sehr, alleine durch meine Wohnung zu hüpfen und meine Musik auf volle Lautstärke zu hören. Absolut befreiend! Und niemand hat in meiner Wohnung mehr das Sagen: Außer mir. Eine Tatsache, die ich erst langsam wieder erkannt habe.

Nun gut. Aus meiner ganzen Langeweile und zuviel Freizeit, habe ich ein neues Experiment gewagt: Täglich masturbieren. Klingt jetzt vielleicht viel. Aber ich habe Zeit um zu meditieren, zu baden, mich zu schminken. Wieso sollte ich dafür keine Zeit haben? Zugegeben: Ich bin ein sehr sexueller Mensch. Ich liebe Sex und ohne Partner bzw. ohne die Möglichkeit sich jemanden fürs Bett zu suchen, bleibt einem primär die Selbstbefriedigung.

Nach Tag 4 bin ich super entspannt. Ich kenne mich sehr gut, kann also jedes Mal den Höhepunkt erreichen – etwas, das meinen Partner nur sporadisch möglich war. Ich bin grinsend durch die Stadt gegangen und mir ist die Sonne aus dem Allerwertesten geschienen. Ich kann jedem nur empfehlen, sich selbst eine Freude zu machen und zu träumen, zu phantasieren oder einfach nur sich selbst zu spüren. Dreh deine liebste Musik auf, entspann dich. Berühre dich mit deiner Hand. Streichle dir über deinen Oberkörper, fühle dich – einfach nur du selbst.

Ein Orgasmus ist ein schöner Benefit, aber kein Muss. Das Schöne an der Selbstbefriedigung: Du machst, was dir am meisten gefällt. Oder probierst Sachen aus. Es gibt keine Limits.

Hast du heute Abend 15 Minuten Zeit? Perfekt! Zeit für dich selbst!

 

XoXo, digital.gentlewoman

das kleine ich bin ich

Ich möchte etwas Neues beginnen. Und das ist Code. Also, hab ich mir mal ein Youtube Video reingezogen und dann mit meinen ersten Codes gestartet. Es ist wirklich addictive!

Wieso möchte ich denn das jetzt plötzlich?
In der gestrigen Einheit auf der Werbeakademie sollten wir uns beschreiben und jemand meinte, ich sei weird aber cute. Also yeah. Stimmt. Das bringt eigentlich ziemlich gut auf den Punkt.

Was steht auf der Haben Seite?
Code ist ein Vorteil für meinen Job. Ich möchte einfach mehr verstehen und selbst anfangen ein bisschen dahinter zu blicken. Kann ja nicht so schwer sein, wenn es andere auch geschafft haben. Vielleicht wird es ja echt ein neues Hobby.

Also: Stay tuned.

XoXo, ich bin kein Boomer

empowerment

Diese Woche gab es auf allen Kanälen wieder einmal den Aufruf “Stop Gewalt! – Mehr Geld für Gewaltprävention”

Und dann gleich einen Frauenmord später, fühlen sich alle Blogger bestätigt im gerechten Kampf, um das Wohl aller Frauen. Denn soviel Gewalt, wie Frauen erleben, ist nicht vertretbar.

Ja, ganz eurer Meinung. Gewalt ist schrecklich. Und ja, Männer können sich nicht kontrollieren. Und bitte nicht falsch verstehen: Auch ich bin gegen Gewalt. Es ist traurig, dass wir als Menschheit weiterhin so viel Hass und Traumata in uns tragen. Wunden heilen sollte der Anfang sein – mit einem veganen Avocado-Toast und einem Soja Caramell Latte.

Nur so viel: Ich habe ZU KEINEM ZEITPUNKT den Mund gehalten und Gewalt angesprochen. Zugegeben, dass das nicht immer schlau war. Wenn der Vater deines Kindes dich im Schwitzkasten hat und du denkst, jetzt erstickst du, ist die Aussage: “Du bist gewalttätig. Schau, was du mir antust!” nicht hilfreich.

Insgesamt 4x war ich bei der Polizei, um Anzeige zu erstatten. Und in allen vier Fällen habe ich mich danach noch schlechter gefühlt, als während der Misshandlung.

Aber wieso? Weil ich wegen meinem ausländischen Namen gefragt werde, ob ich denn Deutsch verstehen und sprechen könne. Weil ich der Polizistin erkläre, dass sie bei dem Licht in meiner Wohnung und ihrer Kamera niemals ein scharfes Foto meiner Würgemale machen kann und ich somit keinerlei Beweise habe. Weil ich weggeschickt wurde, weil die Einstellung immer die selbe ist: “Das Verfahren kann sich ja schon ziehen und führt meist zu nichts.”

Wir leben in einer Gesellschaft, die Stereotype fördert, uns alle in ein System quetscht, Männer emotional verkümmern lässt und Frauen in die Opferrolle drängt. Und Geld ist ja schön. Aber wer führt denn die Kampagne? Wer lässt das Land umdenken?

Sollten wir nicht einfach mal unsere Erzieher besser bezahlen, mehr emotionalen Support für alle Kinder durchbringen, damit wir die nächste Generation nicht auch seelisch misshandeln?

Just thinking. Ready for your hate.

auszeit

Heute habe ich den Tag in einem bezaubernden Ort verbracht, der nicht sehr viel von meinem Netzbetreiber hält. Deshalb war meine Bildschirmzeit auf Instagram und co. quasi auf Zero.

auszeit

Sobald wir angekommen sind, haben wir den Garten erkundet. Gibt es denn im November noch Äpfel an den Bäumen? Zwetschgen? Birnen?
Eine Runde mit dem Spielzeugtraktor durch den Gatsch später, war klar: Heute wird wohl nichts im LiveModus online gestellt. So blieb das Handy einfach in der Tasche.

Eine Befreiung für den Geist. Für meinen Geist und meinen Kopf. Vieles ist dieses Jahr zerbrochen, auch ein Teil von mir und ich wusste nicht, woher die Kraft kommen soll, das alles wieder zu richten. Doch langsam aber sicher komme ich zu dem Schluss, dass all das Schreckliche zu einem Teil auch genau das war, das ich gebraucht habe.

In meinem alten Job habe ich kaum Respekt erhalten, weder von meinem Chef noch von anderen Personen in meinem Team. Als dann nach und nach klar wurde: Hey, das ist Mobbing! habe ich versucht zu retten, was zu retten ist. Das Ende in dieser Firma hat mir das Herz gebrochen. Ich war immer loyal. Nur das hat selten einen Wert. Und ich gebe zu, dass ich mal wieder ein Stück meines Vertrauens in die Menschen verloren habe.

Und dann kam die Liebe. Genau dann, als ich sagte: Never ever again! Und er kam und er liebte mich. Und verstand mich. Und ließ mich verrückt sein und liebte mich dennoch. Und ließ mich auch weinen und zeigte Verständnis. Er begann all die Sachen zu kitten, deren Scherben ich bereits akzeptiert hatte.

Und nun steh ich da, mitten auf einem Feldweg, der natürlich keinen Namen hat.
Ganz ohne Empfang.
Mit meinen weißen Sneakern im Gatsch der Traktoren.
Und bin glücklich. Glücklich im Hier und Jetzt.

XoXo, digital.gentlewoman